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IVBV

Portrait



Wie sieht die Realität für den Bergführer heute wirklich aus?

23 Landesverbände mit über 6000 Mitgliedern sind beim internationalen Verband, der Internationalen Vereinigung der Bergführerverbände (IVBV / UIAGM) organisiert. Davon bestreiten ca. 2000 bis 2500 ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit der Bergführertätigkeit. Sind das alles moderne Luis Trenker mit dem Hang zur Ganghofer-Romantik?

Bergsteiger beim Eisklettern Wenn auch das bevorzugte Metier, Eis und Fels, des Bergführers gleichgeblieben ist, so hat sich doch zu den Anfängen aus seiner "Steinzeit" einiges verändert. Während in früherer Zeit der Gast, meist ein "betuchter Städter", den ortskundigen Naturburschen, oftmals Hirte oder Wilderer, in seine Dienste stellte, ist heute ein Führer mit einem überaus vielseitigen Anforderungsprofil gefragt. Wenn auch die alten ethischen Werte noch absolute Gültigkeit haben, zeichnet sich der heutige Bergführer auch durch modernes und zeitbewußtes Management aus. Während er früher fast ausschließlich in der näheren Umgebung seiner Talschaft seine Dienste anbot, ist er in seiner "Neuzeit" grenzüberschreitend und weltweit unterwegs.

Der Bergführerberuf im Wandel der Jahreszeiten

So stehen im Sommer Führungen von der leichten Wanderung mit Schwerpunkt Kultur oder Botanik, über klassische Touren in Fels und Eis, Sportkletterrouten in den obersten Schwierigkeitsbereichen, sowie Canyoning, bis hin zur Leitung von anspruchsvollem Trekking und Expeditionen zu den höchsten Bergen unserer Erde auf dem Programm. Im Winter verhilft er seinen Gästen zu ersehnten Erfolgserlebnissen u.a. auf leichten Tagesskitouren, anspruchsvollen Gebietsdurchquerungen, beim Variantenskifahren, bei Führungen an gefrorenen Wasserfällen, oder als Guide beim Heli-Skiing.

Sicherheit und Umweltbewusstsein

Zum "klassischen Führen" kam im Verlauf seiner Entwicklung die Tätigkeit als Ausbilder hinzu. Bei Ausbildungskursen, die Inhalte der verschiedensten Spielformen des Bergsteigens beinhalten, bildet er meist im Gruppenrahmen, Interessierte zum selbständigen Unterwegs sein aus.

Sehr schnell hat auch die Bergführerschaft begriffen, wie wichtig für sie ein intakter und sauberer "Arbeitsplatz" ist. Die Zeichen der Zeit erfordern vom Bergführer auch Kenntnisse der ökologischen Zusammenhänge. Mehr und mehr ist er gefordert, in den wenigen ursprünglich erhaltenen Landschaften die richtigen Wege zu weisen. Der Bergführer ist auf diesem Gebiet einer der wichtigsten Multiplikatoren geworden. Mit Bergführern unterwegs zu sein heißt: verantwortungsbewußtes Verhalten in den Landschaften und sorgsamer Umgang mit den Menschen, die darin leben.

Der "Alpine Zehnkämpfer"

Was verschafft nun eigentlich dieser Berufsgruppe die Kompetenz, die sie nur für sich beansprucht? Die Kompetenz, die eine klare Grenze zu den, in ihren Augen, sogenannten "Schwarzen Schafen", den "selbst ernannten Führern" bildet? Entscheidend dafür sind sicherlich drei wichtige Faktoren. Einmal ist es die umfangreiche und hochqualifizierte Ausbildung, darauf aufbauend, die durch nichts zu ersetzende Erfahrung sowie die absolute Identifikation mit der gestellten Aufgabe und deren erweiterten Umfeld. Auf Grund der Veränderung des Berufsbildes erweiterte sich zwangsläufig das Anforderungsprofil und somit auch die Ausbildung eines Staatlich geprüften Berg- und Skiführers.

Das überdurchschnittlich hohe persönliche Können eines Allrounders oder des "Alpinen Zehnkämpfers", im Fels, Eis, Mix-Gelände und auf Ski, bei allen Schneearten, bildet die Grundvoraussetzung um in die mehrjährige hochqualifizierte Ausbildung einsteigen zu können. Eine sogenannte Plattform, mit internationaler Gültigkeit, schreibt die Mindestanforderungen, die Inhalte sowie die Zeitdauer dieser Berufsausbildung vor. Der Bereich der Lehrinhalte ist breit gefächert. Neben Führungstaktik und -technik, Methodik und Didaktik sind Trainingslehre, Anatomie, Ökologie sowie Psychologie Standardthemen.

Andere Länder andere Sitten

Um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, wird jedes Land darüber hinaus für sich spezifische Schwerpunkte setzen. Zweifellos unterscheidet sich der Einsatzbereich und somit das Berufsbild zwischen den einzelnen Nationen. Die Tätigkeitsmerkmale des Führers aus Peru, Neuseeland oder Canada sind sicherlich anders gelagert als die eines Führers aus dem Alpenraum oder von Großbritannien. Als kontrastreiches Beispiel wäre ein Vergleich zwischen Südtirol und Peru. Während der Führer aus dem Grödnertal im Sommer vorwiegend auf genußreichen Tagesklettertouren unterwegs ist, wird sein Berufskollege aus La Paz mit Trekkinggruppen die reizvollsten Gebiete seines Landes aufsuchen oder die attraktiven Gipfel der Cordilleren im Expeditionsstil besteigen. Der Großteil der Bergführer ist, meist auf freiberuflicher Basis, in Bergschulen oder ähnlichen Organisationen tätig. Dies ermöglicht ein breites Touren- und Kursangebot sowie gemeinsame und effektive Werbemaßnahmen. Sich natürlich selbst einen "privaten Kundenstamm" aufzubauen und zu erhalten, ist Ziel vieler Profis.

Das Gipfelerlebnis ist nicht mitgebucht

Wenn auch eine stattliche Anzahl der Führer ihr Einkommen ausschließlich aus der Bergführertätigkeit bestreiten, so sind doch jene in der Mehrzahl, die dieser "Berufung" im Zweitberuf oder in Nebentätigkeit nachgehen. Eines bleibt aber für alle gleich, "der Gast ist König", denn je nach Bedarf kümmert sich der Bergführer um alle notwendigen Details. Von der Ausrüstungsliste über die persönliche Beratung bis zur Organisation vor Ort, damit das Erlebnis "Berg" ein Erfolg wird. Leider geht die "Kundschaft" oft von falschen Voraussetzungen aus. Nämlich dann, wenn die Einstellung vorherrscht, daß bei einem Arrangement mit einem Bergführer der Gipfelsieg bereits mit gebucht werden kann. Eine Umkehr, ein Abbruch der Tour aus Gründen der Sicherheit und Fürsorge dem Gast gegenüber, muß nicht immer Verständnis finden. Es bedarf viel Erfahrung im Umgang mit komplexen Situationen, die fast nur "Ja"- oder "Nein Entscheidungen" zulassen. Allzu oft wird er als "Magier der Grauzone" dargestellt und gesehen. Dem ist nicht so! Jeder Gast muß sich vor Augen führen, daß sein Vorhaben in den Bergen, auch mit Führer, mit einem immer vorhandenen Restrisiko behaftet ist. Selbst der beste Bergführer kann seinen Anvertrauten nie die absolute Sicherheit bieten - unumstritten aber, die größtmögliche Sicherheit!

"Unterwegs sein zu dürfen ist herrlich - unterwegs sein zu müssen, kann oft sehr hart sein!"

Traumberuf Bergführer?

Mit der Ganghofer Romantik von einst hat der Beruf des Bergführers nicht mehr viel zu tun. Vielmehr ist er zum "knallharten" Geschäft geworden, das - will man erfolgreich sein - mit sehr viel Aufwand und Einsatzbereitschaft geführt werden muß. Es stellt sich die Frage nach dem "Warum?". Warum ergreift man den Beruf eines Bergführers? Für alle gibt es nur einen Grund - egal ob Aspirant oder bereits erfahrener Bergführer, egal welcher Herkunft oder welchen Alters, gleich ob haupt- oder nebenberuflich , der Wunsch nach der intensiven Auseinandersetzung mit der Erlebniswelt Berg, gepaart mit sehr viel Begeisterungsfähigkeit und einer großen Portion Idealismus. Einen Beruf, ja eine Berufung auszuüben, bei dem man die Faszination Berg und Natur direkt erleben und anderen mitteilen kann und dabei weitgehend sein eigener Herr bleibt - darin liegt für die meisten Bergführer der ganz besondere Reiz ihrer Tätigkeit.

Auch wenn man hierbei nicht gerade zum Millionär wird. Bergführer - Vertrauter oder Helfer, Unterhalter, mentaler Trainer oder "Risiko Manager" - egal was auch immer der Kunde in ihm sieht oder bei ihm sucht, er findet einen kompetenten Ansprechpartner in Sachen Erlebniswelt Berg, einen Multiplikator für den Erhalt der Natur und einer intakten Bergwelt.

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